Nach zwei Rathausgesprächen, die sich auf philosophischen Wegen mit der Kultur Europas beschäftigten, wurde beim dritten Rathausgespräch europäische Kultur anschaulich vermittelt. Der Referent Jochen Wingerath, Vorstandsmitglied der Europa-Union Haan, hatte Designermöbel mitgebracht.
Das Interesse
Wingeraths für Möbel basiert auf Wohnerlebnissen aus seiner Kinder-
und Jugendzeit, in der Eltern ihren Wohlstand durch die Fülle an Möbeln
ausdrückten und „Wohnen“ oftmals unmöglich wurde.
So ergaben sich im Laufe der Zeit wechselvolle Entwicklungen, die mit bekannten Namen verbunden sind. Designer arbeiteten in ganz Europa an Entwürfen, die z. T. zu Kunstwerken erhoben wurden und heute in großen Museen ihren Platz gefunden haben. Als Beispiel sei der so genannte Caféhausstuhl von Thonet genannt, der 50 Millionen mal verkauft wurde. Modernes Möbeldesign ist geprägt von hoher Funktionalität, guter technischer Herstellbarkeit, die wirtschaftlich und damit für jedermann erschwinglich ist. Leider fehlt häufig die Akzeptanz, so dass diese Möbel nur von einem kleinen Kreis erworben werden, und das erhöht wiederum den Preis. Dass auch heutzutage modernes Design zu günstigen Preisen Abnehmer findet, zeigt das Unternehmen IKEA, das seit Jahren erfolgreich funktionelle und moderne Möbel anbietet. Leider ist die Qualität nicht so, dass man mit diesen Möbeln alt werden kann. Wie man sich einrichtet, ist letztlich immer eine Frage der persönlichen Einstellung und des Geschmacks. Der Referent gab noch einen Rat mit auf den Weg: Im Anschluss probierten die Besucher die Sitzmöbel aus und waren erstaunt, wie gut man auf ihnen sitzen kann.„Lasst uns die Alltagsroutine lustvoll inszenieren“. |
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