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| Ein
soziales Europa - Traum oder Wirklichkeit? |

Zum zweiten Rathausgespräch
dieses Jahres referierte der Landesvorsitzende der Europa-Union, Wolfram
Kuschke, MdL, im gut besetzten Sitzungssaal des Haaner Rathauses über
das Thema „Soziale Netze in Europa“. Bereits in den Römischen Verträgen
zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft wird die Sozialgemeinschaft
ausdrücklich genannt. Die Friedenssicherung und die Verwirklichung
des Binnenmarktes standen während des Lissabonprozesses bis 2010 im
Vordergrund. Es folgt nun die 2020-Strategie, in der die Gemeinschaft auch
zu einer Sozialunion zusammenwachsen soll.
Unterschiedliche
geschichtlich gewachsene Sozialsysteme in den Nationalstaaten lassen sich
nicht per Verordnung ändern. Die Menschen würden nicht verstehen,
warum z. B. ein funktionierendes System verändert wird. Deshalb sei
es die Aufgabe der EU, Denkanstöße zu geben und Richtlinien
zu entwerfen, die die Mitgliedsländer für sich umsetzen können.
Mögliche Themen sind Mindestlöhne, Arbeitsschutz, Gleichstellungsbestrebungen
und die Förderung regionaler Projekte, die soziale Probleme lösen
helfen. Auch können die Mitgliedsländer gute soziale Konzepte
entwickeln, die von anderen Ländern übernommen werden. Die wirksamste
Umsetzung sieht der Referent in der verstärkten kommunalen Selbstverwaltung,
um vor Ort die Daseinsvorsorge der Menschen zu gestalten (Subsidiaritätsprinzip).
Von einem Europäischen
Sozialstaat sind wir noch weit entfernt, so das Fazit Kuschkes, aber er
bleibt als Vision weiter auf der europäischen Agenda. Anschließend
wurde noch lebhaft über soziale Gerechtigkeit, die Folgen der Finanzkrise
auf die Sozialpolitik und die Vereinheitlichung beruflicher Abschlüsse
diskutiert.
Heiner Fragemann,
VHS Hilden-Haan, und Fritz Köhler, 1. Vorsitzender der Europa-Union
Haan, bedankten sich beim Referenten. Wolfram Kuschke versprach, das umfassende
Thema bei einer weiteren Veranstaltung in Haan zu vertiefen.
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